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5. Kapitel Mehr Bilder
Florilegium B

Nach dem Tod von Matthias Schmutzer setzte der Maler Johann Jebmayer das Florilegium Kaiser Franz´ I. von Oktober 1824 bis circa 1847 fort. Für ein jährliches Gehalt von 500 Gulden hielt er nicht nur die exotischen, sondern auch die schönsten inländischen Pflanzen aus den kaiserlichen Gärten fest. Es entstanden insgesamt 528 großformatige Aquarelle, die in 8 historischen Kassetten im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt werden.

Diese überaus ästhetischen botanischen Illustrationen wurden als Aquarelle auf Papier ausgeführt. Großteils sind unter der Malerei die zarten Linien der Vorzeichnung sichtbar. Jebmayer signierte etwas mehr als zwei Drittel seiner Werke mit der Ligatur JJ, entweder auf der Vorder- oder Rückseite des Blattes. Durch den einheitlichen Stil des „Florilegium B“ und Vermerke im zugehörigen Katalog kann man den gesamten Bestand Johann Jebmayer zuschreiben.

Das Florilegium (A und B) wurde von Beginn an von den Botanikern Nikolaus Joseph von Jacquin und nach dessen Tod von seinem Sohn Joseph Franz begleitet. Auf den Rückseiten der Blätter des „Florilegium B“ finden sich einige eigenhändige Notizen Joseph Franz von Jacquins. Nach seinem Tod 1839 tragen die Notizen eine andere, unbekannte Handschrift. In den 1840er Jahren entstanden noch einige Blätter. Die letzte Datierung stammt aus dem Jahr 1847. Möglicherweise fertigte Jebmayer auch später weitere undatierte Arbeiten an. Schlussendlich wurden alle Aquarelle geordnet, beschriftet und katalogisiert. Ein handschriftlicher Katalog befindet sich im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek.

Die Hauptaufgabe der botanischen Malerei lag darin, alle für den Botaniker wichtigen Merkmale einer Pflanze darzustellen und dabei eine Verbesserung der Natur zu vermeiden. Natürlich war es auch wichtig, ein ästhetisches Bild zu erzeugen. Die künstlerische Freiheit blieb aber eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund sind die stilistischen Unterschiede zwischen den zwei Teilen des Florilegiums besonders interessant. Das „Florilegium A“ von Schmutzer wirkt repräsentativer, aber auch plakativer und teilweise weniger genau in der naturalistischen Darstellung. Im Gegensatz dazu erscheinen die Aquarelle Jebmayers auf den ersten Blick nicht so wirkungsvoll. Bei genauerer Betrachtung stellen sie sich aber als detailreich, fein und äußerst qualitativ in der Ausführung heraus.