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4. Kapitel
Matthias Schmutzer

Über das Leben und Schaffen des Künstlers Matthias Schmutzer ist nur wenig überliefert. Er wurde am 11. Mai 1752 in Wien geboren und verstarb am 19. Juni 1824 ebenfalls in Wien. 1766 besuchte er die Klasse für Kupferstich an der kaiserlichen Akademie der bildenden Künste. Erst mit dem Beginn seiner Tätigkeit als „k. k. Hof-Botanik-Mahler und Hofzeichenmeister“ für Kaiser Franz I. im Jahr 1794 wird sein künstlerisches Werk fassbar.

Insgesamt 1433 Vorarbeiten zum „Florilegium A“ in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin und der Biblioteka Jagiellońska in Krakau geben uns Auskunft über die Arbeitsweise des Künstlers. Die große Anzahl von Vorstudien deutet darauf hin, dass er diese vor Ort in den Gärten angefertigt hat. Ein Transport der Pflanzen ins Atelier wäre wohl zu aufwendig gewesen. Schmutzer hielt seine botanischen Studien auf Papier von unterschiedlicher Qualität und Größe mit Graphitstift, Wasserfarben und teilweise Tusche fest. Die Blätter sind mit Notizen wie dem wissenschaftlichen Namen der Gewächse, Standort und Datum versehen. Im Atelier übertrug er die Vorarbeiten mit Wasser- und Deckfarben auf Papier beziehungsweise Pergament. Wenn es ihm ästhetisch notwendig erschien, veränderte und variierte er einzelne Darstellungen.

Einen Einblick wie Schmutzers Werk nach seinem Tod von den Zeitgenossen beurteilt wurde, gibt der Akt zur Neubesetzung der Stelle des Blumen- und Pflanzenmalers aus dem Bestand der Fideikomissbibliothek. Es geht daraus hervor, dass einige seiner Arbeiten von Kennern wegen ihrer Unrichtigkeit und einem Mangel an botanischen Charakteren kritisiert wurden. Darüber hinaus war man der Meinung, dass Schmutzer aufgrund der stückweisen Bezahlung eine Menge nicht so gelungener Abbildungen lieferte. Die Bewerbung seines Enkels Josef Gareis deutet darauf hin, dass einige spätere Darstellungen des „Florilegium A“ von dessen Hand stammen. Eine genauere Untersuchung dieses Themas bleibt noch offen.