Home
 
 
 
 
 
 
   
2. Kapitel Mehr Bilder
Kaiserliche Gärten in Wien

Hofburggarten

Auf dem flachen Dach des Augustinerganges befand sich eine große Terrasse mit Gewächshaus, Hochbeeten und Blumenkästen. An Exotischem wuchsen hier Sukkulenten, Pflanzen vom Kap der Guten Hoffnung sowie Ost- und Westindien. Zusätzlich wurde bis 1820 die Anlage des neuen k. k. Hofburggartens errichtet. Sie umfasste bepflanzte Bereiche (Obstbäume, Hyazinthen, Tulpen usw.) sowie freie Flächen, auf denen im Sommer die Topfpflanzen aus dem Gewächshaus aufgestellt wurden. Das 130 Meter lange Glashaus, von Ludwig von Remy geplant, gehörte damals zu den schönsten und größten Europas. Die Pflanzen waren überwiegend in hölzernen, gestuften Stellagen untergebracht, zum Teil auch direkt in die Erde gesetzt.
Nach dem Tod Kaiser Franz I. befanden sich die Gewächshäuser auf dem Dach des Augustinerganges in einem so schlechten Zustand, dass man sie abreißen ließ. Das Remysche Glashaus wurde in einen ganzjährig nutzbaren Wintergarten umgewandelt. Um ein natürlicheres Aussehen zu erreichen, entfernte man die Stellagen und pflanzte die Gewächse in malerischen Anordnungen in die Erde. 1901 wurde auch dieses Glashaus abgetragen und durch ein neues im Jugendstil ersetzt.

Hofgarten in Schönbrunn

Auf dem heutigen Areal des Großen Palmenhauses (1880-1882 erbaut) befand sich seit 1763 der sogenannte „Holländische Garten“. Er bestand aus drei Teilen in denen Blumen, Gemüse und Obstbäume wuchsen sowie einem großen Gewächshaus an der Nordseite.
Unter Joseph II. und Franz I. wurde der Garten durch den Ankauf neuer Grundstücke erweitert, welche dem heutigen Botanischen Garten entsprechen. Für das Jahr 1818 sind zehn Gewächshäuser im Schönbrunner Hofgarten dokumentiert. Im Mittelpunkt des Interesses standen hier aus aller Welt importierte Wildpflanzen. Bis auf das alte Palmenhaus demolierte man zwischen 1884 und 1904 alle anderen Gewächshäuser dieses Gartens.

Universitätsgarten am Rennweg

Auf Empfehlung ihres Leibarztes Gerard van Swieten ließen Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz Stephan von Lothringen den Botanischen Garten als Heilpflanzengarten anlegen und übergaben ihn später der Universität Wien. Unter der Leitung von Nikolaus Joseph von Jacquin und dessen Sohn Joseph Franz von Jacquin wurde der Botanische Garten um zahlreiche Pflanzenarten erweitert. Zur Vergrößerung des Gartens schenkte Franz I. 1817 der Universität Wien weitere Grundstücke. Der Franziszeische Kataster von 1829 lässt noch die symmetrische barocke Anordnung erkennen.

Botanischer Garten für die Flora Austriaca im Belvedere

Der bekannte Botaniker Nikolaus Thomas Host erhielt 1793 von Kaiser Franz I. den Auftrag, im Küchengarten des Belvedere einen Garten für Pflanzen der österreichischen Kronländer anzulegen. Im Franziszeischen Kataster von 1829 kann man erkennen, dass der Garten im Süden landschaftlich angelegt ist und der Rest symmetrisch um ein mittleres Wasserbecken angeordnet wurde.

Hofgarten in der Ungargasse

Dieser auch als "Kaisergarten auf der Landstraße" bezeichnete botanische Garten befand sich im Bereich der heutigen Ungargasse, Boerhaavegasse und Juchgasse im 3. Wiener Gemeindebezirk. 1804 erwarb Kaiser Franz I. die Liegenschaft des ehemaligen Harrachschen Sommerpalais und ließ dort einen Privatgarten für exotische Prachtpflanzen anlegen. Bald nach seinem Tod wurde der Garten jedoch aufgelöst und man begann mit der Umwidmung des Geländes.