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21. Kapitel Mehr Bilder
Oberösterreich u. Salzburg
„Wenn man das Ohr lauschend an das Herz des oberösterreichischen Volkes legt, so schlägt es einem nach kurzem Zagen und mißtrauischem Bangen bald laut und voll entgegen, und man gewinnt dieses Volk lieb, das, sich selbst getreu, an althergebrachter Sitte und altüberliefertem Brauche mit Zähigkeit und Pietät festhält. Die täglichen Beschäftigungen: Ackerbau, Viehzucht, das kleine Handwerk selbst an den unabänderlichen Lauf der Jahreszeiten gebunden, haben dem oberösterreichischen Volkscharakter eine gewisse Beharrlichkeit und Stabilität eingeprägt, umsomehr, da die tägliche Erfahrung oft genug darüber belehrt, daß der Schimmer des Neuen selten gegen die Solidität des Alten aushält.“
(ÖUM, Band „Oberösterreich und Salzburg“ S. 119-120)


„Der Salzburger ist mehr in sich gekehrt, weniger lustig und aufgeräumt, und einem einfachen Familienleben ohne Lärm und Luxus ergeben. Nicht selten wird er erst durch Andere in Gesellschaft von Bekannten zu lebhaften Äußerungen der Freude und Heiterkeit veranlaßt. Dieser Zurückhaltung liegt kein Mangel an Gemüth zu Grunde. Sie entspringt aus ernsterer Lebensrichtung, wie sie Gebirgsvölkern eigen, aus den schwierigeren und engeren Erwerbsverhältnissen, endlich aus jener Unbekanntschaft mit den gewandteren Umgangsformen, wie sie in Gegenden angetroffen wird, die den großen Verkehrsstraßen, den reichen Fluß landschaften mehr entrückt sind.“
(ÖUM, Band „Oberösterreich und Salzburg“ S. 425)