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2. Kapitel Mehr Bilder
Die Schönheit der Natur
Ende des 18. Jahrhunderts wandern Naturforscher und Maler durch die Länder der österreichischen Monarchie. Ihre Beobachtungen und ihre Aufzeichnungen in schriftlicher und bildlicher Form zählen zu den Pioniertaten einer neuen, vom Geist der Aufklärung durchdrungenen Wissenschaft vom Menschen und seiner Stellung in der Natur und der Geschichte. Die Neugier und der Wille zum Wissen, das Interesse und die Anteilnahme am Leben, an den Gebräuchen, den Sitten und den materiellen Verhältnissen der Menschen bestimmt auch die Erziehung der Prinzen aus dem Hause Habsburg und prägt ihr Handeln und Denken. Der junge, aus Florenz nach Wien gezogene Erzherzog Johann erwandert und bereist unermüdlich die Alpenländer, berauscht von der Schönheit der Natur und dem einfachen, offen Wesen seiner Bewohner. Als Generaldirektor des Genie- und Fortifikationswesens ist er während der napoleonischen Kriege verantwortlich für die Festungsbauten und leidet unter den militärischen Niederlagen Österreichs und den politischen Erfolgen Napoleons.
Seine Anteilnahme, sein Interesse und seine ganze Liebe gilt jedoch dem Land und den Menschen. Er beauftragt die Kammermaler Karl Ruß, Johann Jakob Gauermann, Matthäus Loder und Thomas Ender in einem umfassenden Bildprogramm die ethnografische Bestandsaufnahme der Steiermark und der Alpenländer zu verwirklichen.
Mit der Gründung des erblichen Kaisertums Österreich 1804 wird die Beschreibung der Länder und der Einwohner des österreichischen Imperiums Teil eines politischen Programms.
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfahren namhafte Künstler wie Vinzenz Georg Kininger, Karl Ludwig Viebeck , Franz Jaschke, Eduard Gurk, Jakob und Rudolf Alt allerhöchste Unterstützung für ihre Reisen und Bebilderungen der schönsten Gegenden und Landschaften des Kaisertums Österreichs und seiner Bewohner. Sie finden politische und programmatische Unterstützung bei politischen Autoren und Verlegern, die in patriotischen Schriften und repräsentativen Buchausgaben für die Verbreitung ihrer Werke sorgen.