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4. Kapitel Mehr Bilder
Bildästhetik & Retusche
Bemerkenswert ist bei der fast neunzigjährigen Firmengeschichte von Photo Simonis die Kontinuität der Bildgestaltung, die sich als gemäßigt moderner Porträtstil während all der Jahrzehnte großer Beliebtheit erfreute. Die fototechnische Präzisionstechnik wurde zu einer Trademark entwickelt und technischen Innovationen schenkte man große Aufmerksamkeit: so führte Photo Simonis als erstes Atelier in Österreich um 1950 die Farbfotografie ein.

Bei der Motivwahl, dem reduzierten Einsatz von Requisiten und in der Betonung der abgelichteten Persönlichkeit hat Photo Simonis in der Frühzeit der 1930er Jahre eine ganz spezifische Bildsprache gefunden. Die Aufnahmen sind von hoher künstlerischer Qualität und man verzichte ganz auf die zu dieser Zeit üblichen technische Glamoureffekte (Spiegeln, Funkeln) und zeigte die Porträtierten in einfachen Posen im Profil oder im Dreiviertelprofil. Auf eine individuelle Darstellung, wie wir sie von der Neuen Sachlichkeit her kennen, wurde verzichtet.
Die Simoni’sche Formel der Porträtdarstellung der Betonung auf die Gesichtszüge vor möglichst hellem Hintergrund mit reduziertem Einsatz von Requisiten gekoppelt mit technisch perfekter Kameraausrüstung und Lichtregie sollte das gestalterische Leitbild in der über 90 jährigen Firmengeschichte bleiben.

Ein wesenlicher Gestaltungsfaktor war die Bildnachbearbeitung, die Retusche. Retuschen entstehen nach der fotografischen Aufnahme am Negativ und beeinflussen die Bildgestaltung in gleichem Maß wie die technischen Rahmenbedingungen, die Lichtverhältnisse oder die Optik (Schärfentiefe, Weichzeichnung) während der Aufnahme. In jedem Fall bewirkte die Retusche ein idealisiertes Erscheinungsbild, das einer Selbstinszenierung von Schönheit dienen oder für den öffentlichen Gebrauch als „idealisiertes Porträt“ vor allem in der Politik und im Kulturbetrieb eingesetzt werden konnte.

 
 
Frauenbildnis 
Frauenbildnis 
Hochzeitsfoto 
Retuschemarkierungen