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7. Kapitel Mehr Bilder
Kataloge zur Sammlung
Als frühester Nachweis zum Bestand der Sammlung gelten die eigenhändigen Aufzeichnungen Franz I. zu seinen Porträts, für die er ein eigenes Verzeichnis anlegte, das in Faszikeln nach Rang bzw. Berufsstand der Dargestellten gegliedert war. Die handschriftlichen Vermerke können nicht als systematisches Katalogisieren im eigentlichen Sinn gesehen werden, vielmehr verfasste der Kaiser kurze Lebensläufe zu den Porträtierten, die er selbst recherchierte.
Erst 1822 wurde der damalige Bibliotheksvorstand Thomas Young vom Kaiser mit der Anlage eines umfassenden Katalogs zur Porträtsammlung beauftragt. Gemeinsam mit seinem späteren Nachfolger Leopold Joseph von Khloyber begann er zunächst, einen Zettelkatalog anzulegen, in dem jede der dargestellten Personen einem bestimmten Stand zugeordnet wurde.
Zusätzlich zu dem Verzeichnis auf Zetteln wurde ein handschriftlicher Bandkatalog angelegt. Die beruflichen Standesbezeichnungen in den 34 Bänden des Ständekatalogs reichen alphabetisch von Abgeordneten bis Zoologen, innerhalb eines Standes wurden die Einzelblätter wiederum alphabetisch nach Personennamen gereiht. Die Bildnisse der Regenten und ihrer Angehörigen wurden in 16 Regenten-Katalogen genealogisch gereiht.
Die Arbeiten am "Catalog der Porträten-Sammlung Seiner Majestät Kaiser Franz des I. nach Ständen oder anderen bemerkenswerthen Eigenschaften der dargestellten Personen eingerichtet" dauerten bis in das Jahr 1832, die Reinschrift erfolgte durch den damaligen Kanzlist Georg Thaa.
Neben diesem Bandkatalog existieren zwei handschriftliche und in französischer Sprache verfasste Kataloge, die den Porträtbestand der Bibliotheca Eugeniana, der bereits 1738 von der kaiserlichen Bibliothek übernommenen und nach deren Gründer und Besitzer, dem Prinzen Eugen von Savoyen benannten Kupferstich- und Buchsammlung verzeichnen. Aus der Kupferstichsammlung des Prinzen, die bis 1845 im Mittelraum des barocken Prunksaales der Hofbibliothek aufgestellt war und später in die Albertina gelangte, wurden per Anweisung aus dem Jahre 1921 die rund 27.000 Blätter umfassende Bildnissammlung herausgenommen und der Porträtsammlung angegliedert. In weiterer Folge kam es zu einer Vereinigung der Blätter mit dem Hauptbestand der Porträtsammlung und Einlegung in deren Sammlungsportefeuilles. Ein sechsbändiger Katalog Portraits aus dem Jahr 1823 verzeichnet den ursprünglichen Bestand der Eugenianischen Bildnissammlung in alphabetischer Ordnung nach Namen der Dargestellten, daneben finden sich kurze biographische Angaben und in römischer Zählung die Nummer des jeweiligen Portefeuilles.
Das nur wenig später entstandene Standortsrepertorium „Disposition de la Collection des Portraits“ (1827) weist ein Einteilungsschema nach Ländern auf, innerhalb dieses erfolgte die Ordnung wiederum nach Geburts- bzw. Berufsständen.