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4. Kapitel Mehr Bilder
Systematik der Stände
Die Systematik der unter dem Begriff „Stände“ zusammengestellten Sammlung von Porträts ist im Kern noch an der vormodernen, feudalen Ständeordnung orientiert, die hier vor allem berufsständischen Prinzipien folgt. Diese Bestände wurden anhand historischer Ständebezeichnungen in alphabetischer Abfolge in 73 Kategorien von A wie Abgeordnete bis Z wie Zoologen aufgestellt. In diesem Zusammenhang fanden auch Bezeichnungen Verwendung (Irrlehrer, Missgestalten) in denen sich das Denken des höfisch katholischen Umfeldes der Entstehungszeit der Sammlung, die Zeit des Vormärz, spiegelt. Auch die Zuordnung der porträtierten Personen zu den einzelnen Kategorien ist nur aus dieser Zeitgebundenheit verständlich. Gleichzeitig zeigt die den jeweiligen Kategorien zugeordnete Zahl der Bildnisse wiederum auch die Sammelinteressen des Kaisers. So gehören die Feldherren und Minister zu den größten Gruppen, in diesen befinden sich die wichtigen politischen Persönlichkeiten vor allem des 18. und beginnenden 19.Jahrhunderts. Andere Personen- bzw. Berufsgruppen, die durch ihre Quantität hervorstechen, wie Ärzte und Maler, sind als Sammlungen geschlossen in den Besitz Kaiser Franz gekommen. Im Wesentlichen repräsentieren die hier gesammelten Porträts aber das seit dem 15.Jahrhundert in Europa entstandene druckgrafische Material dieser Art, geordnet und erschlossen durch die Kategorisierung des frühen 19. Jahrhunderts.